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Aktuelle Bilderausstellung im Café am Alten Posthof von Irmgard Bickmann.

 

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Der Stern hat einen Artikel über unseren Fleischer geschrieben.

Sehr interessant, der Bundespräsident Joachim Gauck bestellt die selben Wurstspezialitäten wie wir sie auch für unsere Gäste bestellen.

Der Typ macht ja noch Ahle Wurscht

Juli 2015
Stern

Carsten Neumeier stellt seine Würste noch so her wie vor 100 Jahren. 

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Glücklich mit 90-Stunden-Woche

Unternehmen gibt es viele in der Region. Wir schauen in Büros und Produktionshallen, stellen Firmen und Menschen vor. Heute das Café am Alten Posthof, in dem Christine Oberhellmann Gäste mit Köstlichkeiten bewirtet.

 

 

IBBENBÜREN. 20 000 Euro fehlten – fast wäre der Traum vom Café in der Südstadt geplatzt. Die erste Bank prophezeite: „Wir kennen Ibbenbüren, hier haben sie mit dem Projekt absolut keine Chance.“ Die zweite Bank mutmaßte: „Sie kleine Frau schaffen das doch sowieso nicht.“ Aber die Unternehmerin Christine Oberhellmann (47) ließ sich nicht einschüchtern. Blieb optimistisch. Dachte: „Das wollen wir doch mal sehen ...“

Jetzt, ein Jahr später, hat sie eine 90-Stunden-Woche, steht von 5 bis 20 Uhr im Café – und strahlt trotzdem bis über beide Ohren. Die Bankangestellten, die ihr keinen Kredit gaben, kommen mittlerweile vorbei, um selbst gebackene Eierlikör-Torte zu kaufen. Stammkunden brunchen im Café und loben selbst gebackenen Brötchen, den selbst gemachten Aufstrich.

Gäste aus Köln, Berlin, Düsseldorf waren schon da: „Kommen Sie mit, so was brauchen wir bei uns auch“, sie freut sich über so viel Lob. Und schmunzelt: Noch weiß sie nicht einmal, ob das Café überhaupt bestehen bleibt, ob langfristig genug in die Kasse kommt. Aber weggehen, in eine Großstadt? Ach was! Dafür fühlt sie sich in der Südstadt viel zu wohl.

Dabei kommt sie ursprünglich gar nicht aus Ibbenbüren. Aufgewachsen ist die Geschäftsfrau in Sudenfeld bei Hagen, als Zweitjüngstes von fünf Kindern. Damals wurde der Grundstein für die Liebe zum Kochen und Backen gelegt: „Meine Schwester konnte kochen und putzen, sie durfte immer alles im Haushalt machen und ich nichts“, erinnert sie sich. Wo andere Kinder drei Kreuze gemacht hätten, fühlte sie sich ungerecht behandelt.

Mit dem Realschulabschluss in der Tasche ergriff sie die Chance und lernte Hauswirtschaft. Da durfte sie endlich selbst kochen, backen, einkaufen und putzen nach Herzenslust. Erst lernte sie an der Berufsfachschule in Osnabrück, hängte zwei Jahre Ausbildung zur städtischen Hauswirtschafterin dran und stürzte sich anschließend drei Jahre lang an der Hildegardisschule in Münster in die Ausbildung zur staatlich geprüften Ökotrophologin.

Sechs Jahre Ausbildung hatte Christine Oberhellmann hinter sich gebracht, da kam Sohn Felix (25) auf die Welt. Gut zwei Jahre drauf folgte Tochter Cathrin (23). Fünf Jahre blieb Oberhellmann zu Hause, dann reichte es ihr. Eine Halbtagsstelle sollte her. Berufseinstieg: Küchenleitung in einer Schule in Osnabrück. Täglich 200 hungrige Schüler sattbekommen – mit Catering und frischen Gerichten. „Das hat mir total viel Spaß gemacht.“ Fünf Jahre blieb sie, bis der Lieferant wechselte und nichts mehr frisch gemacht wurde. Das Arbeitsklima stürzte in den Keller, die Schüler mochten das Essen nicht mehr und Oberhellmann ergriff die Flucht.

Zehn Jahre als stellvertretende Cafeteria-Leiterin im Krankenhaus in Georgsmarienhütte folgten: Mitarbeiterplanung, Kasse und Einkauf bestimmten den Tag. Kochen und Backen? Fehlanzeige. Kein Traumjob für die passionierte Köchin, aber eine sichere Stelle.

Den Traum vom eigenen Café behielt sie im Hinterkopf, doch nie schien der Zeitpunkt günstig. Als sie vor sechs Jahren zufällig an in dem Café in der Südstadt frühstückte, verlor sie ihr Herz an die Räumlichkeiten – der Traum wurde konkret.

Im Dezember 2013 kam der Anruf, der alles verändern sollte: „Meine Freundin, Hildegard Vollprecht, rief an: Christine, das ist deine Chance: Das Café ist frei.“

Ihr Herz machte einen Sprung. Die Kinder waren aus dem Haus, ihr Traum zum Greifen nah, und sie hatte Silvester frei, Zeit also, zu kalkulieren. Dann die Entscheidung: „Mein Mann und ich haben uns überlegt ... es doch nicht zu tun.“ Doch wie das manchmal so ist im Leben: Als sie im neuen Jahr ihre Arbeitsstelle betrat, spürte, wie unglücklich sie war, fiel der endgültige Beschluss: „Wenn ich das nicht mache, werde ich mir das immer vorhalten.“

Dann ging’s rund in den 200 Quadratmetern in der Südstadt: Oberhellmann nahm einen Kredit auf – bei ihrer Hausbank in Haltern. Sohn Felix, angehender Bauingenieur, brach seinen Neuseelandaufenthalt ab, um zu helfen. Auch Cathrin, die Ökotrophologie in Münster studiert, war sofort zur Stelle sowie Oberhellmanns Mann und das befreundete Ehepaar Vollprecht – alle klotzten ran. Tische baute die Truppe unter Anleitung des Architekten Frank Vollprecht selber, und so standen sie tagelang schwitzend im Café, mit Schmirgelpapier und Pinseln, schliffen ab, beizten, strichen Holz.

Dann kam die Einrichtung – 4700 Euro kostete allein die Kaffeemaschine. Die Küche, zwei Industriespülmaschinen ... 40 000 Euro hat Oberhellmann investiert. Acht Mitarbeiterinnen arbeiten nun im Café. „Das Klima ist super“, sagt Oberhellmann, die Kunden schätzen, dass alles hausgemacht ist, zum Teil vegetarisch, zum Teil vegan, großteils mit Bio- und regionalen Produkten.

Und was sagen die Zahlen? Das bleibt abzuwarten. Wenn sie es hergeben, steigt auch Ehemann Andreas mit ein. Dann zieht das Paar nach Ibbenbüren und lebt gemeinsam seinen Traum.

 

„Wir wollen die Qualität auf jeden Fall halten“
Gastronomin, ein Knochenjob. 90 Stunden die Woche ist Christine Oberhellmann im Café. Um 3.30 Uhr steht sie auf, ist gegen 5.30 in ihrem Lebensmittelpunkt am alten Posthof angekommen und beginnt mit dem Backen. Erst abends geht es heim.
64 Plätze hat das Café an 21 Tischen. Der Wirtschaftsplan sieht vor, dass pro Tag mindestens 400 Euro in der Kasse landen müssen, damit eine Schwarze Null herauskommt. Momentan schwanken die Einnahmen noch, aber im Großen und Ganzen sieht es gut aus, sagt die Chefin. Sie hat viele treue Stammkunden, die das Café als Bereicherung für die Südstadt schätzen – es ist eben einfach was anderes. Da dürfen Kleinkinder durch die verschiedenen Räume krabbeln oder sich in der Spielecke vergnügen. Da kann man vegetarische oder vegane Frühstücksbuffets bestellen. Da kann man guten Gewissens ins selbst gebackene Biobrötchen mit hausgemachtem Dip beißen und sich wohlfühlen.
Aber können die Preise auf dem moderaten Niveau bleiben? Bio-Produkte und regionale Erzeugnisse sind teuer. Das Konzept kommt zwar so gut an, dass die Kunden bereits vor der Öffnungszeit kommen, um Brot und Brötchen zu kaufen. Aber es kostet eben auch: Im Einkauf und auf dem Lohnzettel. Oberhellmann gibt die Preise für die Bioprodukte jedoch kaum an die Kunden weiter: „Ich habe mich bei den Preisen an Mitbewerbern in Ibbenbüren orientiert“, sagt Oberhellmann. „Einkauf und Personal sind die größten Posten.“ Man sucht noch nach einer Lösung. Will die Speisekarte überarbeiten, nicht aber die Einkaufsliste.
Eine Lösung soll außerdem fürs Brunchen gefunden werden: Bislang öffnet das Café nur am ersten Sonntag im Monat zum Brunch, die restlichen Sonntage ist das Café geschlossen – ebenso wie dienstags, der einzige Tag, an dem die Chefin mal ausschlafen und in die Badewanne gehen kann. Einige Gäste wollen jeden Sonntag brunchen, oft ist der Brunch ausgebucht. Also jeden Sonntag öffnen und dafür Montag und Dienstag schließen? Oder noch mehr Leute einstellen? „Wir wollen auf jeden Fall die Qualität halten“, sagt die Chefin.
Das Café besteht erst seit Mai 2014. Nach einem Jahr wird man mehr wissen. Wissen, ob ihr Mann auch mit einsteigen kann. Ob das Café irgendwann genug abwirft, und ob es in Ibbenbüren einen Markt für selbst gemachtes in Bioqualität gibt.

 

Autor: Andrea Bracht

IVZ vom 26.02.2015

Duft nach Zimt und Äpfeln    

02.12.2014
Heute öffnet sich das zweite Türchen des IVZ-Adventskalenders „Kulinarische Weihnachten“: Café-Inhaberin Christine Oberhellmann backt saftiges Apfel-Zimt-Brot.Apfel-Zimt-Brot darf Weihnachten nicht fehlen, findet Café-Inhaberin Christine Oberhellmann.

Apfel-Zimt-Brot darf Weihnachten nicht fehlen,
findet Café-Inhaberin Christine Oberhellmann.

IBBENBÜREN. Wenn Christine Oberhellmann ihr saftiges Apfel-Zimt-Brot backt, verbreitet sich der weihnachtliche Duft langsam im ganzen Café. „Dann duftet es hier wie in der Weihnachtsbäckerei, sagen die Gäste“, freut sich die Inhaberin des Cafés am alten Posthof.

Das Tolle an dem winterlichen Brot: Man kann ganz leicht verschiedene Varianten davon machen. Oberhellmann backt es mit Dinkelmehl. Man kann aber auch Vollkornmehl verwenden, sagt die Ökotrophologin – das ist noch gesünder, und „dunkel wird das Brot durch den Zimt sowieso“.

Statt Kokosraspeln sind auch gehackte Haselnüsse erlaubt, statt Äpfeln kann man geraspelte Zucchini verwenden und statt Rosinen Datteln oder getrocknete Aprikosen – so kann man sich mit demselben Grundrezept in verschiedenen Varianten durch die ganze Adventszeit futtern, ohne, dass es langweilig wird. Hauptsache, die ordentliche Dosis Zimt landet im leckeren Teig, – denn der macht das Brot so richtig weihnachtlich.

Man nehme ...

3 Eigelb, 
1 Paket Butter, 
1 Tasse gemahlene Mandeln, 
1 1/2 Tassen Zucker, 
4 Äpfel, 3 Tassen Mehl, 
1 Tasse Rosinen und Kokosraspeln gemischt, 
3 EL Zimt, 1 1/2 Päckchen Backpulver, 
1 EL Vanillezucker, 
Eischnee.

Eigelb, Butter, Zucker und Vanillezucker verrühren, bis alles eine homogene Masse ergibt. Alles (außer Eischnee) dazu und verrühren, Eischnee zuletzt unterheben. In zwei Backformen bei Ober-/ Unterhitze 180 Grad für etwa 50 Minuten in den Ofen.